Dienstag, 21. Dezember 2010

Weihnachtszeit und solche Scherze.

Für unsere Nachbarin hat Weihnachten schon am 1. November angefangen, indem sie unseren GEMEINSAMEN Eingang behängt hat.



Das hat meine Gastmutter natürlich in Zugzwang gebracht, es kann ja nicht angehen, dass die Nachbarin so einen fetten Kranz an der Haustür hat und auch noch den GEMEINSAMEN Eingang schmückt (ohne zu fragen, versteht sich),und wir haben gar nichts. Also kaufte sie ein, und das ganze lag dann ungefähr eine Woche bei uns im Wohnzimmer herum, bis schliesslich die Cousine von der Nachbarin kam, um uns zu helfen, das war ein Samstagabend. Der komplette weibliche Teil der Familie stand dann in der Küche und hat Schaschlickspiesse mit grünem Papier umwickelt und später Kugeln drangeklebt, und solche Spässe, und als wir die fertige Girlande letztendlich aufhángen wollten (es war neun Uhr abends) beschwerte sich nach drei Hammerschlägen von oben der Nachbar. Naja, dann kamen noch einige andere Probleme, aber schliesslich sieht es so aus:

Auch in den Strassen wurde irgendwann geschmückt, so Ende November, und alles steht voll mit Plastikweihnachtsbäumen, Plastikengeln, Plastikgeschenken und das alles auch noch beleuchtet, am Besten noch in blau. Darauf fahre ich ja absolut ab. Blauer Weihnachtsschmuck. Nicht. Es gibt auch einen Laden an der Hauptstrasse, der nur Weihnachtsartikel verkauft. Abgesehen davon werden überall Guaitas, die typische venezolanische Weihnachtsmusik gespielt:

Adventsstimmung wollte nicht unbedingt aufkommen, zumindest nicht im bekannten Sinne.

Was auch sehr typisch weihnachtlich-venezolanisch ist, sind Hallacas.
Für alle, die es zu Hause nachkochen möchten: Man gehe in den Supermarkt und kaufe ein Blatt von einer Bananenpalme, das vorher irgendwie geräuchert wurde, damit es schön geschmeidig wird. Dann schrubbe man das ganze schön ab, damit es auch sauber ist, und schneide es zu. Man mache eine Mischung aus Maismehl und Hühnerbrühe und streiche das auf ein grosses Stück Palmenblatt. Darauf werfe man eine Mischung aus Fleisch und Gemüse (Paprika, Kichererbsen, was auch immer, je nach Rezept und Region), ein paar Rosinen, ein paar Oliven, je nach Rezept Hähnchen, Zwiebel, Paprika. Danach klappe man das Blatt zusammen, rolle es in ein zweites und ein drittes ein (alles auf eine ganz bestimmte Art und Weise) und knote es zusammen. Dann koche man das ganze eine Stunde in Salzwasser, hole es raus und lege es in den Kühlschrank. Und immer, wenn man keine Lust hat, etwas anderes zu kochen, hole man sie wieder raus, werfe sie nochmal ein paar Minuten in kochendes Wasser und fertig ist das Weihnachtsmittagessen (was jetzt noch fehlt ist ein Bild von einer geöffneten Hallacas, das hab ich bis jetzt noch nicht gemacht, wird nachgeliefert.)

Mittwoch kam Annika aus Cumana, und nachmittags haben wir, die AFS-Austauschschüler insgesamt 60 Hallacas gemacht. Ein vorher-nacher-Bild hätte sich gelohnt, es ist unglaublich viel Arbeit, und nach vier Stunden eifrigem Streichen und Knoten waren wir alle ziemlich erledigt.



Annika blieb bei mir, und Freitag kam dann auch noch Daniela mit ihrem Freund Jesus aus Cumana, es war nämlich weihnachtliches Abendessen mit AFS. Annika und ich hatten uns am Mittwoch mit der anderen Deutschen, Naeemah, verabredet, dass wir zusammen kochen, weil jeder Austasuschschüler ein typisches Essen aus seinem Land mitbringen sollte. Eigentlich wollten wir uns freitagmorgens treffen. Letztendlich waren wir dann um drei Uhr nachmittags bei ihr und hatten noch nicht eingekauft, das Essen sollte um sechs anfangen. Also sind wir zuerst einmal einkaufen gefahren, und erst gegen vier haben wir angefangen zu kochen: Kartoffelpuffer, Heidesandplätzchen und Hefebrezeln. Nach einigem Chaos (der Freund von Naeemahs Gastschwester:'also, da muss noch ein Ei dazu.' ich:'nee, das steht so im Rezept' 'ja, aber schau doch mal, das ist voll bröckelig' ich: 'CALLATE CARLOS!') und Angst um explodierende Hefeteige, hat am Ende doch alles geklappt (auch wenn die Plätzchen etwas hart waren, die Brezeln eben Hefebrezeln und keine Laugenbrezeln und die Kartoffelpuffer... ne, die waren eigentlich gut.) und um halb sieben waren wir fertig. Ich dachte, jetzt schnell umziehen und richten, damit wir nicht so sehr zu spät kommen, aber falsch gedacht. Nachdem wir uns wirklich schnell gerichtet hatten, mussten wir noch auf Naeemahs Vater warten, der mit uns da hingehen solte. Und der kam nicht. Und kam nicht. Letztendlich waren wir um acht da, nachdem ich von drei unterschiedlichen Leuten angerufen wurde, wo wir denn blieben.
Das ganze war letztendlich ganz nett und ganz lecker.

Annika und Dani blieben dann noch bis Samstagabend da und danach bin ich spontan mit nach Cumana, wo ich Sonntag mit Annika und ihrer Gastschwester Irina zum Strandhaus bin und danach endlich auch noch Harry Potter im Kino gesehen habe und am Montag haben wir mit Annikas Mutter noch so ein... ein Ding gemacht, etwas zum Thema Werte, schwer zu erklären. Dann kamen Dani und Jesus und wir sind zurück nach Lecheria gefahren, weil meine Schwester, die kleine Dani, Geburtstag hatte. Aus unterschiedlichen Gründen kamen wir erst ziemlich spät, als schon alle ihre Freundinnen, die sie zu einer Poolparty eingeladen hatte, wieder gegangen waren und wir nur die schon angeschnittene pinke Torte bewundern konnten. Schmeckt aber gar nicht schlecht, wenn man das pinke wegmacht, das schmeckt seltsam.
Und am Donnerstag gehts mit Sack und Pack (samt Oma und Fernseher) nach Margarita, bis zum 3. Januar. Mal sehen, wie das wird.

Aus der nicht vorhandenen Kategorie VERMISCHTES










Anlässlich von Jans Geburtstag sind wir nach Haifa gefahren, um zusammen mit zwei anderen deutschen Volontären, die in einer Einrichtung in einem der Vororte von Haifa arbeiten, die örtliche Clubszene auf ihre Exzessfähigkeit auszutesten.
Als wir uns dann auf den Rückweg machen wollten, fiel uns auf, dass unter der Woche morgens um halb fünf keine Sherutim mehr von Haifa nach Nahariyya oder überhaupt irgendwohin fahren. Wir verbrachten also fast eine geschlagene Stunde am Straßenrand, bevor wir ein Taxi zum Stehen bringen konnten und schließlich noch pünktlich zum Arbeitsbeginn um sechs Uhr in Nes Ammim ankamen:







Wasseela, Head of Housekeeping (:

Inzwischen hat uns Tamara, mein Mentor-Kind, nach drei Monaten wieder verlassen, aber immerhin hat sie Matze & mir (wir drei haben im selben Baracken-Gebäude gewohnt) ein Schild hinterlassen, um uns über ihre Abwesenheit hinwegzutrösten, bis sie im März mal wieder hier vorbeischaut:




Vor ein paar Tagen waren wir in einem Candlelight-Service in der arabisch-christlichen Kirche in Kfar Yasir. Es war ziemlich merkwürdig, den absoluten Overkill an Lichterketten, Christbaumkugeln und blinkenden Lichtern zu sehen, während es draußen zwar für uns eher kühlere, aber trotzdem absolut unweihnachtliche Temperaturen hatte. Der Gottesdienst war aber trotzdem richtig schön, auch wenn wir nichts verstanden, kam die Botschaft trotzdem rüber, und begeistert sangen wir auf deutsch und holländisch die arabischen Liedern mit uns bekannten Melodien mit. Hinterher versammelte sich die gesamte Gemeinde noch im Gemeindehaus, um das traditionelle Festival-of-Lights-Essen einzunehmen (sehr fleischhaltig, natürlich). Zwischenzeitlich fiel dann auch mal der Strom aus, und wir waren die einzigen, die trotz des allgemeinen Geschreis und der Dunkelheit ungerührt weiter aßen. Kommentar von Jane: Wenn man erst mal ein paar Regentage in Nes Ammim verbracht hat, lässt man sich von so Kleinigkeiten wie totaler Finsternis nicht mehr vom Essen abhalten. Wenn wir jedes Mal mit dem Essen aufhören würden, wenn der Strom ausfällt, würden wir ja verhungern!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Das ist Israel, Baby!

Jetzt hat uns der Regen.
Während Freitagmorgen noch die Sonne schien, änderte sich das Wetter relativ unauffällig über mehrere Stufen zum Fast-Weltuntergang: sonnig-warm, sonnig-windig, grau-windig, windig-kalt, donner-windig, REGEN. Und seitdem hat es nicht mehr aufgehört. Die Wege stehen unter Wasser, der Eingang vom Bathcontainer sowieso, und es ist bitterkalt. Mittlerweile fällt ein bis zwei Mal am Tag der Strom aus (bisherige Höchstdauer: sechs Stunden), und das wird angeblich die nächsten drei Monate auch so bleiben. Da weiß man ja, worauf man sich freuen kann.
Der TS hat uns jetzt Gasheizer vorbeigebracht, aber als Matze versucht hat, meinen anzuschließen, mussten wir feststellen, dass weder der Gasheizer noch mein Gasanschluss funktionieren, was jetzt zur Folge hat, dass es sehr kalt ist und meine ganze Baracke nach Gas riecht, weshalb ich alle Türen und Fenster aufreißen musste, wodurch es natürlich noch kälter wird. Zum Glück hat meine Oma mir Wollsocken geschickt.

Ansonsten ist der Dezember ja ein relativ feiertagshaltiger Monat, und da nehmen wir alles mit, was uns geboten wird.
Erst haben wir Sinterklaas gefeiert, mit einem Haufen Schuhen auf der Bartheke, heißer Schokolade, Pepernoeten (sowas wie Pfeffernüsse, was allerdings am Ende in einer Pepernoeten-Schlacht im Moadon ausartete), holländischen Sinterklaas-Liedern und einem Sinterklaas, dem alle dreißig Sekunden entweder Hut oder Perücke über die Augen rutschten, und zwei sehr schwarzen Zwartje Piets.



Außerdem wird an Sinterklaas gewichtelt, nur verlangt die Tradition, dass man der zu beschenkenden Person noch ein Gedicht schreibt.
Nicht für ein Geschenk gedacht, aber ausgelöst durch eine erhitzte Debatte mit mehr oder weniger erbosten Holländern, nachdem wir es gewagt hatten, im NineDoors einen Film auf Deutsch zu gucken:

dutch sucks .
it sounds like fucking ducks.
it's spoken by all fools -
but german - yeah - that rules!



Einen Tag später waren wir im Altersheim in Shave Ziyyon, um mit den Leuten dort und einem Haufen Besucher Chanukka zu feiern. Es war wirklich nett, und ich habe festgestellt, dass es ein Chanukka-Lied auf die Melodie von TOCHTER ZION gibt (es geht allerdings um den Sieg des Makkabäeraufstandes, ist also nicht ganz so friedfertig. Die Holländer benutzen die Melodie übrigens auch, nur für ein Osterlied. Wenn jemand weiß, wer zuerst mit der Idee aufkam: ich bin für jeden Vorschlag dankbar). Hinterher haben wir noch mit ihnen zu Abend gegessen, und an Chanukka wird JEDES Gericht traditionellerweise frittiert, um an das Wunder zu erinnern, dass das Öl für das Licht im Tempel für acht Tage reichte anstatt nur für einen, wie erwartet. Zum Nachtisch gab es sogenannte Sufganiyot, das erinnert an Berliner, und wenn man draufdrückt, tropft unten das Öl raus. Beiläufig wurde uns mitgeteilt, dass ein Stück davon 500 Kalorien hat, und auf der Rückfahrt im Auto jammerte Jilke: "Als ich Anna-Sophie letzte Woche zur ihrer Chanukka-Feier in die Schule begleitet habe, habe ich FÜNF STÜCK davon gegessen! Das wusste ich doch nicht!"
Also keine Sorge, unser Kalorienbedarf wird hier trotz der Kälte gedeckt. Wo wir gerade davon sprechen... vielleicht sollte ich meine Tür mal wieder zumachen.
Eisige Grüße!

Montag, 6. Dezember 2010

Dich konnte ich schon immer gut riechen.


Und diese Aussage ist nach drei Tagen in der Wüste wörtlich zu nehmen.
Am letzten Wochenende im November fand das NEGEV-SEMINAR statt, das erste der vier großen Seminare, die jedes Jahr für die Volontäre angeboten werden (oder zumindest für einen Teil, denn ein paar müssen natürlich immer die Stellung halten, und so kam es, dass die TS-Jungs ihr Wochenende nicht damit verbrachten, Wände zu streichen und Türen wieder in ihre Angeln zu heben, sondern im Housekeeping Toiletten zu putzen und Betten zu machen).
Zusammen mit Youssef, unserem Arabisch-Lehrer und Experten für die Wüste/Fossilien/Geschichte/Geographie machten wir uns Donnerstagsmorgens äußerst früh in einem Reisebus (vollgepackt mit Matratzen, Schlafsäcken, Decken, Lebensmitteln und Gaskochern) auf den Weg Richtung Negev. Wir mussten eine ganze Weile fahren, denn unser Ausgangspunkt lag ungefähr auf einer Höhe mit Mitzpe Ramon, und das ist ziemlich weit im Süden, noch nach Beer Sheva. Nach einer ersten Wanderung (bei der ich gleich nach fünf Minuten einen Hügel auf dem Hintern runtergerutscht bin) verbrachten wir die Kaffeezeit bei Beduinen, wo wir reichlich Kaffee serviert bekamen. Bei den Beduinen ist noch Polygamie erlaubt (oder wird zumindest praktiziert), das Familienoberhaupt musste nur mit einem Finger zucken, und sofort sprangen alle Frauen, Kinder und jüngeren Männer durch die Gegend, um Anweisungen auszuführen,  die
wir kaum mitbekommen hatten, ihnen jedoch verständlich waren. Nach der zweiten Tasse Kaffee brachen wir wieder auf, denn wie ein arabisches Sprichwort besagt: Die erste Tasse Kaffee ist für den Gast, die zweite für den Spaß und die dritte fürs Geschäft. Dabei liefen wir an ihrer Kamelherde vorbei, und wie ein anderes arabisches Sprichwort sagt: Binde dein Kamel an einen festen Pfahl (es gibt sehr, sehr viele arabische Sprichwörter, und die Hälfte von ihnen scheint entweder überflüssig oder nichtverständlich für Außenstehende).
Wir schlugen unser Lager für die Nacht im Makhtesch Ramon auf, schichteten Matrazen ums Lagerfeuer und machten uns ans Kochen.



Um halb sechs war es stockdunkel und kalt, um sechs war das Essen fertig, und um acht lagen alle in ihren Schlafsäcken und waren mit Sterne-Zählen bereits fertig. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an den Rhythmus der Natur gewöhnt, und tatsächlich  bin ich erst am nächsten Morgen um sechs Uhr wieder aufgewacht, als Jennie uns liebevoll mit der Bushupe aufgeweckt hat. Die Überwindung, aus dem Schlafsack zu krabbeln, war riesig, immerhin gab es weder eine Heizung noch Toilette, Dusche oder Spiegel. Zumindest letzteres war vielleicht ganz gut, denn meine Haare sahen aus, als hätten sich nachts ein paar Wüstenrennmäuse darin ein Rennen geliefert.
Nachdem wir unser Lunchpaket geschnürt hatten, machten wir uns auf, Makhtesch Ramon genauer zu erkunden. Youssef hatte den gesamten letzten Tag damit verbracht, uns zu warnen, wie anstrengend und gefährlich die Wanderung werden würde und dass wir uns auf keinen Fall irgendwelchen Kanten nähern sollten und nicht stolpern und überhaupt. Vor meinem inneren Auge spielten sich also schon wahre Horrorszenen ab:



Ganz so schlimm war es dann nicht, alle überlebten, und dafür bot sich uns eine atemberaubende Aussicht:



Nach einem äußerst steilen Abklettern des ersten Berges machten wir Halt an der nächstgelegenen Filiale der AHAVA-Pflegelinie und probierten das ganze auch gleich mal aus. Sieht aus wie Weiße auf Kriegspfad, soll aber gut für Haut sein.



Unser Nachtlager schlugen wir wieder an der Stelle des Vortages auf, und wieder schlief ich durch, und das, obwohl ich eigentlich mit Nachtschicht drangewesen wäre (im Zwei-Stunden-Takt müssen zwei Leute immer Patrouille gehen, um wilde Tiere/diebische Beduinen/Aliens vom Lager fernzuhalten) (und ich muss dazu sagen: es war nicht meine Schuld. Ich wurde einfach nicht geweckt). Jolan und Joanne verbrachten ihre Schicht dann auch damit, einen Wolf (erfolgreich) abzuwehren, und auch das Wecken am nächsten Morgen gestaltete sich etwas freundlicher: Jesse verzichtete auf das Hupen und sang stattdessen ein spontan selbstkomponiertes Lied, das anfangs mit einem Teil über Sterne über den Bergen sehr arabisch klang, dann jedoch im zweiten Teil, der von den nicht vorhandenen Toiletten und Waschbecken sowie einem Sandwich mit Käse und Zwiebeln eindeutig nicht mehr danach klang.
Auf dem Rückweg in den Norden hielten wir ungefähr alle drei Minuten an, um uns Fossilien/bunten Sand/versteinerte Bäume anzusehen. Youssef stellte seine umwerfenden Ortskenntnisse unter Beweis ("Youssef, was ist dieser schwarze Stein hier genau?" "Oh, der gehört hier gar nicht hin. Der gehört eigentlich an den nächsten Ort, den muss bestimmt ein Tourist einfach mitgenommen haben." Ja klar, denke sich alle - und am nächsten Ort bemerken wir, dass der schwarze Stein wirklich dorthingehört).(Der weiße Punkt auf dem Foto ist übrigens ein Ballon, der als Standortsangabe eines Nuklearreaktors dort schwebt. Sollten Flugzeuge durch dieses Gebiet fliegen, werden sie abgeschossen. Punkt).
Zum Abschluss besuchten wir noch das Grab von Ben Gurion (der erste Premierminister Israels von der Gründung 1948 an) und seiner Frau, bewunderten ein paar Ziegenböcke in relativ freie Wildbahn



paddelten kurz im Toten Meer herum und machten uns wieder auf den Weg nach Nes Ammim.
Das Dorf sah aus wie ausgestorben - wohlweislich hielten sich alle von uns fern, bis wir eine Dusche genommen hatten.

Freitag, 3. Dezember 2010

There is fire on the mountain, and nobody seems to be on the run...

Dezmeber.
30 Grad.
Und Waldbrand.
Ein ziemlich krasser sogar. Seit heute Mittag brennt es in Haifa, und zwar so sehr, dass inzwischen Hilfe von Zypern, Griechenland, Bulgarien und Italien angefordert wurde, weil es hier nicht genug Feuerwehrkräfte gibt, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Wenn man von hier aus in Richtung Karmiel guckt, kann man sogar einen roten Streifen am Horizont erkennen.



Bisher gab's 40 Tote und die Leute in Haifa verlassen langsam aber sicher ihre Häuser (bemerkt: abends um elf an der Rezeption, kurz vor dem geplanten Abschließen, als das Telefon klingelte und darauf neue Betten für Fluchtopfer bezogen werden mussten. Hoffen wir, dass der Nightguard sie reinlässt).
Und das ganze wurde angeblich ausgelöst durch Müllverbrennen (eine äußerst gute Idee nach acht Monaten ohne Regen. Vielleicht wird das jetzt ja endlich mal verboten.). Die BILD weiß natürlich wieder mal mehr und hat von verdächtigen Gegenständen munkeln hören, die auf Brandstiftung hindeuten sollen. Dabei handelt es sich um: ein Fahrrad und eine Perücke.
Laut Auskunft der Behörden soll das Feuer bis Sonntag hoffentlich unter Kontrolle gebracht werden (da hat's dann ja auch erst vier Tage gebrannt, kaum erwähnenswert). Hoffen wir drauf, irgendwann dreht nämlich bestimmt der Wind.