...jetzt bin ich schon über einen Monat hier- und das ist erst mein zweiter Post. Das liegt vor allem an drei Dingen: erstens bin ich relativ viel unterwegs, zweitens bin ich auch ein bisschen faul und drittens habe ich irgendwie das Gefühl, dass hier nichts so spannendes passiert. Aber dann erzähle ich einfach mal ein bisschen aus meinem Alltag.
Unser Haus
Für einen Tag waren tatsächlich alle acht Zimmer bewohnt und ich habe tatsächlich alle Mitbewohner mehr oder weniger gut kennengelernt (einen habe ich bisher immer noch erst ein einziges Mal gesehen und das war morgens und ich war gerade aufgestanden und habe deshalb nicht richtig hingeschaut. Falls ich ihn also auf der Straße treffen würde, würde ich ihn nicht erkennen). Meine Lieblingsmitbewohner Alexandre und die zwei Mädels aus Amazonas ziehen jetzt aber leider wieder aus, weil das Haus relativ teuer ist, was ich sehr schade finde. Gestern ist jetzt noch ein anderer Austauschstudent aus Korea eingezogen, den habe ich allerdings auch erst zweimal kurz gesehen. Ich bin gespannt, wer jetzt dann in die wieder leer gewordenen Zimmer einzieht.
Die Uni
Ich habe vier Fächer und dann noch Portugiesisch. Dienstags und donnerstags Historiografia Brasileira, mittwochs und freitags Formacao economico do Brasil, donnerstagabends Historia do Brasil und dann dienstags eigentlich auch noch Estudos Hispanoamericanos, das hat allerdings immer noch nicht angefangen, weil die Professorin von einer anderen Uni kommt und die bürokratischen Vorgänge anscheinend immer noch nicht abgeschlossen sind. Meine Fächer sind also sehr geschichtslastig und bestehen daraus, dass man entweder einen Text im Unterricht liest oder, dass man zuhause einen Text liest und der Professor dann in der Stunde über den Text spricht. Das ist meistens ungefähr so spannend wie es sich jetzt anhört.
Drei Tage in der Woche (sobald das letzte Fach dann auch mal anfängt) habe ich um 7.30/8.00 Uni, das finde ich natürlich nicht besonders toll. Dienstags und donnerstags bin ich in der Reitoria, das ist quasi das Gebäude der Geisteswissenschaften, wo ich von mir daheim aus in 15 Minuten zu Fuß hingehen kann. Mittwochs und freitags ist der Unterricht auf einem anderen Campus, wohin ich mit dem Bus fahren muss. Mittags gehe ich manchmal ins Restaurante Universitario, kurz RU genannt, also quasi die Mensa. Dort kann man für 1,30 Reais (35 Cent) zu Mittag essen. Es gibt immer Reis und schwarze Bohnen und ein bisschen Salat, dazu dann eine Fleisch-Beilage, eine vegetarische Beilage und einen Nachtisch (manchmal in Richtung Pudding und manchmal eine Orange oder so). Nicht so besonders abwechslungsreich, aber für 35 Cent kann man sich nicht beschweren (es ist übrigens nicht alles so günstig hier, die Mensa ist anscheinend sehr stark subventioniert).
Dann habe ich noch jeden Wochentag außer mittwochs von 14 Uhr bis 17 Uhr Portugiesisch-Unterricht. Wir sind in unserer Klasse 20 Leute: ein Australier, ein Kolumbianer, ein Bolivianer, dann mehrere Japaner, Koreaner und Chinesen und welche aus Benin, Kongo und Elfenbeinküste und eine Nonne aus der Ukraine. Und dann noch Friederike und ich. Das Unterrichts-Niveau ist etwas niedriger als in Deutschland, was manchmal ein bisschen nervig ist. Meistens ist es aber lustig und es wird viel gelacht und viel geredet. In der Pause trifft man immer noch die Studenten aus den anderen Niveaus, was ganz gut zum Kontakte knüpfen ist. Mittwochs gibt es immer ein kulturelles Angebot, da war ich aber bisher noch nie dabei: letzte Woche haben sie ein Stadion angeschaut, was mich irgendwie nicht interessiert hat, und diese Woche waren sie im Kino, aber das Wetter war so schön, dass ich stattdessen mit Friederike im Park war. Die besten Tage sind Freitage, da gehen wir immer noch nach dem Unterricht ein Bier trinken und ich hatte schon mehrere schöne Nachmittage.
(Brasilianische) Freunde
Das mit den brasilianischen Freunden ist bisher so eine Sache. Es ist relativ schwer, in der Uni Leute kennenzulernen: Man geht halt in den Unterricht, hört zu, und dann geht man wieder raus. Letzte Woche hat mich aber nach Historia do Brasil noch einer gefragt, ob ich noch mitkommen möchte, um ein Bier zu trinken und wir waren seither jetzt auch schon mal einen Kaffee trinken. Dann habe ich noch meinem Mitbewohner Alexandre, mit dem ich öfter mal frühstücken gehe oder abends noch chille und jeden Sonntag Game of Thrones geschaut habe, aber der zieht jetzt ja leider aus. Außerdem mache ich auch manchmal was mit Luiz, der unser Haus verwaltet und bei uns gerade gegenüber wohnt. Und dann gibt es noch meinen Buddy Leonardo: das Buddy-Programm wird von der Sprach-Abteilung der Uni organisiert. Es geht dabei um Sprach-Tandem und auch alles darüber hinaus, Leo hat mir schon bevor ich überhaupt da war geholfen, bestimmte Informationen zu finden. Er hat für ein Jahr in Deutschland studiert und spricht auch sehr gut Deutsch und wir treffen uns ein oder zweimal in der Woche abends. Meine sonstigen Freunde und Bekanntschaften sind hauptsächlich andere Austauschstudenten.
Wetter
Das mit dem Wetter hier ist so eine Sache. Letzte Woche war es gefühlt richtig kalt, vielleicht so 10 Grad. Da es ja nirgends Heizungen gibt, ist es dann auch im Haus und in der Uni kalt und man sitzt mit der Jacke da. Von einem Tag auf den anderen wurde es dann aber viel wärmer und heute hatte es über 30 Grad, also richtig sommerliche Temperaturen-nur so richtig trauen kann man dem ganzen irgendwie nicht (morgen soll es zum Beispiel wieder nur 15 Grad werden). Auch wenn es tagsüber warm ist, wird es, sobald die Sonne weg ist, wieder viel kühler. Wenn man also morgens früh aus dem Haus geht, ist Zwiebellook angesagt. Nachmittags kann man im Sommerkleid draußen sein und dann ab sieben braucht man wieder einen Pulli. Problematisch wird es immer, wenn man nachmittags raus geht und dann spontan abends noch etwas unternimmt... Aber ich will mich auch nicht beklagen, ich habe das schöne Wetter die letzten Tage sehr genossen und hoffe, dass der Sommer bald tatsächlich kommt.
Die Stadt
Als ich hier ankam, fand ich die Stadt erst mal super hässlich. Inzwischen habe ich aber schöne Ecken gefunden und mich wohl auch einfach ein bisschen daran gewöhnt- immerhin hat Curitiba 1,8 Millionen Einwohner (etwas mehr als München!). Es gibt viele Hochhäuser und bei der Stadtplanung wurde wohl hauptsächlich auf Funktionalität geachtet und nicht darauf, ob es schön aussieht. Trotzdem gibt es viele Parks und eine große Fußgängerzone, außerdem kenne ich mich inzwischen auch ein bisschen besser aus und bin nicht mehr ganz so verloren. Heute ware ich mit Friederike auf einem Aussichtsturm und in einem Park, davon kann ich euch jetzt immerhin ein paar Bilder zeigen.
Unser Haus
Für einen Tag waren tatsächlich alle acht Zimmer bewohnt und ich habe tatsächlich alle Mitbewohner mehr oder weniger gut kennengelernt (einen habe ich bisher immer noch erst ein einziges Mal gesehen und das war morgens und ich war gerade aufgestanden und habe deshalb nicht richtig hingeschaut. Falls ich ihn also auf der Straße treffen würde, würde ich ihn nicht erkennen). Meine Lieblingsmitbewohner Alexandre und die zwei Mädels aus Amazonas ziehen jetzt aber leider wieder aus, weil das Haus relativ teuer ist, was ich sehr schade finde. Gestern ist jetzt noch ein anderer Austauschstudent aus Korea eingezogen, den habe ich allerdings auch erst zweimal kurz gesehen. Ich bin gespannt, wer jetzt dann in die wieder leer gewordenen Zimmer einzieht.
Die Uni
Ich habe vier Fächer und dann noch Portugiesisch. Dienstags und donnerstags Historiografia Brasileira, mittwochs und freitags Formacao economico do Brasil, donnerstagabends Historia do Brasil und dann dienstags eigentlich auch noch Estudos Hispanoamericanos, das hat allerdings immer noch nicht angefangen, weil die Professorin von einer anderen Uni kommt und die bürokratischen Vorgänge anscheinend immer noch nicht abgeschlossen sind. Meine Fächer sind also sehr geschichtslastig und bestehen daraus, dass man entweder einen Text im Unterricht liest oder, dass man zuhause einen Text liest und der Professor dann in der Stunde über den Text spricht. Das ist meistens ungefähr so spannend wie es sich jetzt anhört.
Drei Tage in der Woche (sobald das letzte Fach dann auch mal anfängt) habe ich um 7.30/8.00 Uni, das finde ich natürlich nicht besonders toll. Dienstags und donnerstags bin ich in der Reitoria, das ist quasi das Gebäude der Geisteswissenschaften, wo ich von mir daheim aus in 15 Minuten zu Fuß hingehen kann. Mittwochs und freitags ist der Unterricht auf einem anderen Campus, wohin ich mit dem Bus fahren muss. Mittags gehe ich manchmal ins Restaurante Universitario, kurz RU genannt, also quasi die Mensa. Dort kann man für 1,30 Reais (35 Cent) zu Mittag essen. Es gibt immer Reis und schwarze Bohnen und ein bisschen Salat, dazu dann eine Fleisch-Beilage, eine vegetarische Beilage und einen Nachtisch (manchmal in Richtung Pudding und manchmal eine Orange oder so). Nicht so besonders abwechslungsreich, aber für 35 Cent kann man sich nicht beschweren (es ist übrigens nicht alles so günstig hier, die Mensa ist anscheinend sehr stark subventioniert).
Dann habe ich noch jeden Wochentag außer mittwochs von 14 Uhr bis 17 Uhr Portugiesisch-Unterricht. Wir sind in unserer Klasse 20 Leute: ein Australier, ein Kolumbianer, ein Bolivianer, dann mehrere Japaner, Koreaner und Chinesen und welche aus Benin, Kongo und Elfenbeinküste und eine Nonne aus der Ukraine. Und dann noch Friederike und ich. Das Unterrichts-Niveau ist etwas niedriger als in Deutschland, was manchmal ein bisschen nervig ist. Meistens ist es aber lustig und es wird viel gelacht und viel geredet. In der Pause trifft man immer noch die Studenten aus den anderen Niveaus, was ganz gut zum Kontakte knüpfen ist. Mittwochs gibt es immer ein kulturelles Angebot, da war ich aber bisher noch nie dabei: letzte Woche haben sie ein Stadion angeschaut, was mich irgendwie nicht interessiert hat, und diese Woche waren sie im Kino, aber das Wetter war so schön, dass ich stattdessen mit Friederike im Park war. Die besten Tage sind Freitage, da gehen wir immer noch nach dem Unterricht ein Bier trinken und ich hatte schon mehrere schöne Nachmittage.
(Brasilianische) Freunde
Das mit den brasilianischen Freunden ist bisher so eine Sache. Es ist relativ schwer, in der Uni Leute kennenzulernen: Man geht halt in den Unterricht, hört zu, und dann geht man wieder raus. Letzte Woche hat mich aber nach Historia do Brasil noch einer gefragt, ob ich noch mitkommen möchte, um ein Bier zu trinken und wir waren seither jetzt auch schon mal einen Kaffee trinken. Dann habe ich noch meinem Mitbewohner Alexandre, mit dem ich öfter mal frühstücken gehe oder abends noch chille und jeden Sonntag Game of Thrones geschaut habe, aber der zieht jetzt ja leider aus. Außerdem mache ich auch manchmal was mit Luiz, der unser Haus verwaltet und bei uns gerade gegenüber wohnt. Und dann gibt es noch meinen Buddy Leonardo: das Buddy-Programm wird von der Sprach-Abteilung der Uni organisiert. Es geht dabei um Sprach-Tandem und auch alles darüber hinaus, Leo hat mir schon bevor ich überhaupt da war geholfen, bestimmte Informationen zu finden. Er hat für ein Jahr in Deutschland studiert und spricht auch sehr gut Deutsch und wir treffen uns ein oder zweimal in der Woche abends. Meine sonstigen Freunde und Bekanntschaften sind hauptsächlich andere Austauschstudenten.
Wetter
Das mit dem Wetter hier ist so eine Sache. Letzte Woche war es gefühlt richtig kalt, vielleicht so 10 Grad. Da es ja nirgends Heizungen gibt, ist es dann auch im Haus und in der Uni kalt und man sitzt mit der Jacke da. Von einem Tag auf den anderen wurde es dann aber viel wärmer und heute hatte es über 30 Grad, also richtig sommerliche Temperaturen-nur so richtig trauen kann man dem ganzen irgendwie nicht (morgen soll es zum Beispiel wieder nur 15 Grad werden). Auch wenn es tagsüber warm ist, wird es, sobald die Sonne weg ist, wieder viel kühler. Wenn man also morgens früh aus dem Haus geht, ist Zwiebellook angesagt. Nachmittags kann man im Sommerkleid draußen sein und dann ab sieben braucht man wieder einen Pulli. Problematisch wird es immer, wenn man nachmittags raus geht und dann spontan abends noch etwas unternimmt... Aber ich will mich auch nicht beklagen, ich habe das schöne Wetter die letzten Tage sehr genossen und hoffe, dass der Sommer bald tatsächlich kommt.
Die Stadt
Als ich hier ankam, fand ich die Stadt erst mal super hässlich. Inzwischen habe ich aber schöne Ecken gefunden und mich wohl auch einfach ein bisschen daran gewöhnt- immerhin hat Curitiba 1,8 Millionen Einwohner (etwas mehr als München!). Es gibt viele Hochhäuser und bei der Stadtplanung wurde wohl hauptsächlich auf Funktionalität geachtet und nicht darauf, ob es schön aussieht. Trotzdem gibt es viele Parks und eine große Fußgängerzone, außerdem kenne ich mich inzwischen auch ein bisschen besser aus und bin nicht mehr ganz so verloren. Heute ware ich mit Friederike auf einem Aussichtsturm und in einem Park, davon kann ich euch jetzt immerhin ein paar Bilder zeigen.