Auch ich melde mich mal wieder. Heute werde ich etwas über den Alltag in meinem Arbeitsplatz, der Sala Cuna (was übrigens Kinderkrippe heißt), berichten. Bis Januar bin ich ja wie gesagt in der Sala Mayor, bei den ca. ein bis zwei jährigen Kindern. Nach inzwischen schon über zwei Wochen Arbeiten kann ich nun mehr über meine Alltag dort berichten.
Ich bin ab halb neun in der Sala und warte auf die ersten Kindern, bis neun sind die meisten auch anwesend, da es dann Milch gibt. Da einige Kinder schon zu Hause Milch trinken und dann nur an manchen Tagen in der Sala Cuna noch mal Milch wollen und man das aber vorher nie weiß, endet das manchmal in einer Milchpfütze auf den Tischen, dem Boden und meinen Klamotten. Die Mehrheit der Kinder kann schon selbst aus kleinen Tassen trinken, manchen muss man aber auch die Milch mit Löffeln einflößen. Anschließend stehen alle Kinder auf und tragen ihre Stühle ans andere Ende des Raums, wo dann die Morgenbegrüßung stattfindet. Dazu wird immer eine Kerze angezündet und es werden Lieder gesungen, die ich langsam auch mitsingen kann.
Danach haben die Kinder ungefähr 30 Minuten zum Spielen.
In dieser Zeit probiere ich immer den Kindern neue Sachen beizubringen, die sie dann nachmachen. Es gibt beispielsweise zwei Tassen, in denen kleine Haselnüsse sind und dann sollen die Kinder die Nüsse von der einen Tasse in die andere Tasse kippen und das mache ich vor, damit sie es nachmachen können. Das ganze dient dazu, die Feinmotorik zu trainieren. Es gibt aber auch viele Tiere und Gemüse aus Plastik mit denen sie spielen können. In dieser Zeit werden alle Kinder zum ersten Mal gewickelt, was ich in ein paar Wochen auch anfangen werde (mal gucken wie mir das gefällt).
Zwischen viertel nach 10 und halb 11 gehen wir mit den Kindern auf den Hof, wo sie dann spielen können. Zusätzlich zu den großen Sachen, die man auf den Bildern sieht, gibt es auch immer noch so etwas ähnliches wie Bobbycars und Bälle, mit denen die Kinder spielen können.
so sieht die Sala Cuna von außen aus
Danach haben die Kinder ungefähr 30 Minuten zum Spielen.
so sieht übrigens die Sala aus
Zwischen viertel nach 10 und halb 11 gehen wir mit den Kindern auf den Hof, wo sie dann spielen können. Zusätzlich zu den großen Sachen, die man auf den Bildern sieht, gibt es auch immer noch so etwas ähnliches wie Bobbycars und Bälle, mit denen die Kinder spielen können.
das sind die Spielsachen auf dem Hof
Während die Kinder draußen spielen, macht immer eine Tía die Betten. Dazu holt man die Matratzen aus einem Schrank und bezieht für jedes Kind eine mit der eigenen Bettwäsche, die die Eltern von zu Hause mitbringen.
so sieht ein Bett aus, das ist ein Matrazenbezug und einem daran fest genähten Bettlaken und einer oder mehreren Decken oben drauf
Um elf gehen wir dann immer mit zwei Kindern rein, um ihnen die Hände zu waschen und setzen sie anschließend an die Tische fürs Mittagessen. Es gibt für jedes Kind immer Salat (meistens Tomate, Bohnen oder Rote Beete), einen Eintopf mit viel Gemüse und manchmal noch Spiegelei oben drauf und zum Nachtisch Obstsalat. Einige Kinder essen alles und würden gerne noch mehr essen, andere drehen ihre Schüssel einfach um und kippen alles auf den Boden. Auch hier muss man einige Kinder noch füttern und andere lange dazu überreden, dass sie nicht nur Nachtisch essen. Anschließend putzen wir den Kindern mit Feuchttüchern die Hände und das Gesicht und sie gehen noch mal auf den Hof.
Ab halb eins werden die ersten Kinder zum Wickeln und anschließend zum Schlafen reingeholt. Es gibt eine ungefähre Reihenfolge, wann welches Kind gewickelt wird, da man weiß, wer viel schläft (der wird dann am Anfang gewickelt, wohingegen die Kinder, die fast nicht schlafen, erst gegen viertel nach eins schlafen gelegt werden). Glücklicherweise schlafen nicht alle Kinder gleich lange, denn es wickelt nur eine oder zwei Tías und deshalb braucht das ganze seine Zeit.
schlafende Kinder
Von halb zwei bis halb drei habe ich meistens Mittagspause, manchmal auch ein bisschen früher. Anschließend gehen wir wieder in die Sala zurück und lösen die Tía ab, die dort eine Stunde alleine war, da ja alle Kinder schlafen (was meistens auch klappt). Ab viertel vor drei wachen die meisten Kinder dann auf, ich ziehe ihnen dann die Schuhe an und setze sie an den Tisch, an dem sie sich Bücher angucken und warten bis die Milch kommt. Währenddessen werden immer die Betten von den Kindern, die schon aufgestanden sind, aufgeräumt und wenn alle wach sind, werden die Tische wieder normal hingestellt, da sie verschoben werden mussten, um Platz für das Bettenlager zu schaffen
Nachdem die Kinder Milch getrunken haben werden die Kinder wieder gewickelt und richtig angezogen, da sie zum Mittagsschlaf nur eine Strumpfhose und einen Strampler anhaben. Die Kinder haben anschließend wieder ein bisschen Zeit zu spielen, bis wir gegen viertel vor vier mit der Nachmittagsaktivität anfangen. Das sind immer kleine Dinge wie Obst essen oder sich das Gesicht im Spiegel anzugucken oder zu schauen, wie sich Wasser durch Lebensmittelfarbe färbt usw. Ab viertel nach vier werden die ersten Kinder abgeholt. Kurz nach halb fünf, wenn alle Kinder abgeholt wurden oder in die andere Sala gebracht wurden, weil sie noch länger bleiben, putzen wir unsere Sala indem wir alles abwischen und anschließend wird der Boden gefegt und nass gewischt. Gegen viertel nach fünf sind wir fertig, dann gehe ich in die Sala von den Kleineren, in der dann immer noch sechs Kinder sind, von denen die Mütter länger arbeiten (das meiste sind Kinder von den Tías aus der Sala Cuna oder aus dem Kindergarten). Dort bleibe ich dann noch bis kurz nach halb sechs und laufe dann nach Hause.
Zu Hause muss ich mich immer erst kurz ausruhen, bevor ich irgendwas anderes machen kann, da die Arbeit ziemlich kräftezehrend ist. Ich freue mich aber abends schon wieder auf die Kinder, da sie wirklich alle sehr süß sind.
Liebe Grüße aus dem fernen Chile, am Donnerstag fliege ich übers Wochenende nach Buenos Aires, um da Pia und Sofia zu besuchen, darauf freue ich mich schon sehr.